Der Große Kurfürst als Feldherr

Vom Regierungsantritt bis zum Ausbruch des Zweiten Nordischen Krieges (1640 bis 1656)

 Nach dem Tod des Kurfürsten Georg Wilhelm am 1. Dezember 1640 übernahm Kurfürst Friedrich Wilhelm als Nachfolger seines Vaters die Regierung in seinen weit verstreuten Herrschaftsgebieten von Preußen im Osten bis zu Kleve am Niederrhein im Westen.

Hierbei fand er katastrophale politische Verhältnisse vor. Der Dreißigjährige Krieg hatte das Land schwer verwüstet; ganze Gebiete waren durch Flucht oder Tod der Bewohner entvölkert. Brandenburg, Kleve und Mark waren weitgehend von fremden Truppen besetzt, die Schweden in der Mark Brandenburg, die Niederländer im Herzogtum Kleve und die Kaiserlichen in der Grafschaft Mark. Das Herzogtum Preußen galt als unsicherer Besitz, da es ein Lehen der polnischen Krone war, was der polnische König gegenüber Friedrich Wilhelm bei dessen Regierungsantritt wieder erneuern musste.

Porträt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm (von Adriaen Hanneman 1647, gemeinfrei)

 

Die Regierung des Kernlandes wurde durch den Reichsgrafen Adam von Schwarzenberg wahrgenommen, unter ihm waren die Finanzen des Staates in katastrophaler Lage. Kurfürst Friedrich Wilhelm beließ vorerst Schwarzenberg im Amt, zeigte ihm gegenüber aber Stärke und Kraft bei der Durchsetzung eigener Vorstellungen und Maßnahmen. Mit dem Einfluss des kurbrandenburgischen Geheimen Rates Samuel von Winterfeld auf den jungen Kurfürsten, eines Gegners Schwarzenbergs, schwand die Macht des Reichsgrafen zusehends.

Nur einen Monat nach dem Tod seines Vaters hatte Friedrich Wilhelm das Kommando über die Festung Küstrin und der dort liegenden Reiterei an Konrad von Burgsdorff übertragen. Schwarzenberg protestierte, da es Tradition war, dass diese beiden Kommandos getrennt besetzt wurden; den Kurfürsten interessierte der Protest jedoch überhaupt nicht. Vielmehr  beschnitt er immer mehr die Kompetenzen des Grafen. Schließlich musste dieser sich sogar für seine Politik der letzten Jahre verantworten und wurde zur Festungshaft in Spandau verurteilt. Er war bereits seiner Ämter enthoben, als er im März 1641 an einem Schlaganfall plötzlich verstarb.

Friedrich Wilhelm führte zunächst seine Regierung von Kleve aus und pflegte die Beziehungen zu den Niederlanden, in denen er zuvor vier Jahre lang von 1634 bis 1638 gelebt und studiert hatte. Er berief den Baumeister Johann Gregor Memhardt (1607–1678), der schon seinem Vater gedient hatte, zum kurfürstlichen Ingenieur. Sein erster Auftrag war die Verbesserung der Befestigungen der Schwanenburg in Kleve, denn die Besitzungen des Kurfürsten mussten geschützt werden.

Um in der Mark Brandenburg frei regieren zu können, schloss Friedrich Wilhelm am 14. Juli 1641 mit den Schweden einen Waffenstillstand ab, die Mark blieb aber dennoch durch schwedische Truppen teilweise besetzt. Der Kurfürst interessierte sich von Anfang an für das eigene Militär und verfolgte Zeit seines Lebens die Etablierung eines stehenden Heeres. 1641 erfolgte jedoch auf Druck der Landstände wieder eine große Reduktion der Truppen. Insoweit kam sie dem Kurfürsten gelegen, als er sich der geworbenen gewalttätigen Söldnerscharen entledigen konnte. Die brandenburgischen Soldtruppen, teilweise unter eigenmächtigen und korrupten Obristen, wurden aus dem brandenburgischen Dienst entlassen und größten Teils in kaiserliche Dienste übernommen. Es war für den Kurfürsten ein Glück, dass Konrad von Burgsdorff, der Kommandant von Küstrin, ein Feind Schwarzenbergs war und schon deshalb auf der Seite des Kurfürsten stand. Mit seiner Hilfe gelang es ihm, der widerspenstigen Obristen Herr zu werden. Die loyalen Truppenteile, die ihm den Treueid leisteten, behielt der Kurfürst und bildete aus ihnen drei Regimenter, die der Kern der kurfürstlichen Garnisonen und Festungstruppen wurde.

Bei der Infanterie bestanden danach alle Regimenter zu Fuß nur noch aus Musketieren, da sie als Besatzungen für die brandenburgischen und preußischen Festungen und Garnisonen bestimmt waren. Folgende Einheiten wurden hier gebildet:

 

  1. „Regiment z.F. des Obersten Konrad v. Burgsdorff“,

6 Kompanien zu je 150 Gemeinen = 900 Mann (445 vom alten Stamm, 81 von der Freikompanie Goldacker, 119 vom Regiment Trott, 149 vom Regiment Dietrich Kracht, 106 vom Regiment Volckmann);

5 Kompanien (darunter die alte Leibgarde) in Küstrin, 1 Kompanie in Oderberg. Ab 1644  2 neue Kompanien (200 Mann) in Frankfurt und Crossen, ab 1650 die Frankfurter Kompanie in Driesen. 1649 Verlegung der alten Leibgarde nach Berlin-Cölln (nun als „märkische Leibgarde“ bezeichnet).

Montur: Röcke blau mit weißem („silberfarbenem“) Futter (1646).

 

  1. „Regiment z.F. des Obersten Georg Friedrich v. Trott“,

5 Kompanien zu je 125 Gemeinen = 625 Mann; 4 Kompanien in Peitz, 1 Kompanie aufgeteilt in Brandenburg, Rathenow und Havelberg.

Montur: Röcke blau mit gelbem Futter (1646).

 

  1. „Regiment z.F. des Obersten Hans Georg v. Ribbeck“ (ehemals Rgt „Rochow“)

5 Kompanien zu je 125 Gemeinen = 625 Mann; alle in Spandau, ab 1643  1 Kompanie in Berlin-Cölln.

Montur: Röcke blau mit grünem Futter (1646).

 

  1. „Kompanie Leibgarde“ unter Kapitain Pierre de la Cave, 1641 errichtet (als „preußische Leibgarde“ bezeichnet), 180 Mann (ohne Primaplana), darunter 24 Dragoner.

Montur: Röcke blau mit vermutlich weißem Futter.

 

  1. „Regiment z.F. des Obersten Adam Valentin v. Redern“

5 Kompanien unterschiedlicher Stärke = 770 Mann; 3 Kompanien in Pillau (400 Mann), 2 Kompanien in Memel (370 Mann).

Montur: Röcke blau mit gelbem Futter, Unteroffiziere blau mit weißem Futter.

Hinsichtlich der Kavallerie wurde in der Reduktion von 1641 nur noch 1 Kompanie der Eskadron „Lütke“ in brandenburgischen Diensten behalten, die übrige Kavallerie rückte nach Schlesien ab, um dort dem Kaiser überlassen zu werden. Die verbliebene Kompanie erhielt der aus Gefangenschaft zurückgekehrte Oberst Georg Ehrentreich v. Burgsdorff als „Leibgarde“ oder „Leibkompanie zu Ross“, 13 Köpfe Primaplana, 125 „Einspännige“, 152 Pferde. Durch weitere Werbungen entstand hieraus 1645 das „Leibregiment z. Ross“ unter v. Burgsdorff, einschl. der Leibkompanie 9 Kompanien stark; 1649 jedoch wieder abgedankt, lediglich die „Leibkompanie z. Ross“ blieb in der früheren Stärke von 152 Pferden bestehen.

 

Hinsichtlich der Dragoner gibt es 1641 keine selbständigen Einheiten. Es befinden sich im Dezember 1641  30 Dragoner beim Regiment z.F. des Obersten Konrad v. Burgsdorff, 12 Dragoner beim Regiment z.F. des Obersten Hans Georg v. Ribbeck und 24 Dragoner bei der preußischen Leibgarde des Kapitains Pierre de la Cave. Erst 1646 errichtete der Kurfürst wieder die „Leibkompanie Dragoner“ aus 200 Kommandierten der drei brandenburgischen Fußregimenter unter dem Kapitainleutnant Jobst Sigismund v. Götzen; 1651 trat die Mannschaft jedoch wieder in ihre Stammregimenter zurück und gab die Pferde an die Ämter der Mark Brandenburg ab.

Dies war die gesamte Truppenmacht, die der Kurfürst nach der ersten Reduktion von 1641 zur Verfügung hatte, zu gering, die wichtigsten Plätze in Brandenburg und Preußen zu decken; für einen Feldzug waren nicht einmal die Stämme für die anzuwerbenden Regimenter vorhanden.

Am 7. Oktober 1641 wurde der Kurfürst vom polnischen König mit dem Herzogtum Preußen belehnt und am 1. November hielt er feierlichen Einzug in seine östliche Residenzstadt Königsberg. 1643 kehrte Friedrich Wilhelm aus Königsberg nach Berlin zurück.

Nachdem eine erhoffte Verbindung mit dem schwedischen Königshaus durch eine Heirat mit Christine von Schweden gescheitert war, heiratete Friedrich Wilhelm am 7. Dezember 1646 Louise Henriette von Oranien. Neben der üppigen Mitgift der Braut von 120.000 Reichstalern in bar und Schmuck im Werte von 60.000 Reichstalern folgten der neuen Kurfürstin holländische Künstler, Handwerker, Baumeister, Landwirte und Kaufleute, die moderne Techniken und Produktionsmethoden in das durch den Krieg verheerte Land brachten.

Porträt von Friedrich Wilhelm I., Kurfürst von Brandenburg,
und seiner Gemahlin Louise Henriette von Oranien Nassau
(Gemälde von Gerrit van Honthorst, etwa 1647, gemeinfrei)

Vor allem in Berlin und Potsdam etablierte sich eine Gemeinschaft von holländischen Baumeistern und Ingenieuren, die unter anderem mit der Erweiterung und Neugestaltung der Festungsanlagen, dem Ausbau des Stadtschlosses sowie der Anlage von Straßen und Kanälen beschäftigt war.

Nach schwierigen diplomatischen Verhandlungen gelang es Friedrich Wilhelm 1644, die Schweden zur Räumung von Frankfurt a. O. und Crossen zu bewegen, während sie aus Landsberg, Driesen und Gardelegen erst 1650 ihre Besatzungen zurückzogen. Auch gelang es ihm, durch Unterhandlungen mit Holland, Frankreich und Hessen, den Abzug der fremden Truppen aus seinen rheinischen und westfälischen Besitzungen zu erwirken. Die wichtigsten Plätze, Lippstadt, Hamm, Ravensberg, Vlotho, Limburg und den Sparenberg bei Bielefeld besetzte er mit eigenen Truppen, zu deren Anwerbung und Unterhaltung die Stände das Geld, wenn auch murrend, bewilligen mussten. Nach dem Westfälischen Frieden wurden auch für die festen Plätze der neu erworbenen Länder Hinterpommern, Minden und Halberstadt Garnisonen geschaffen.

Im Zuge der Friedensverhandlungen zu Münster und Osnabrück ab 1645 musste Friedrich Wilhelm auf den Anspruch auf Vorpommern zugunsten Schwedens verzichten. Der Kaiser hatte sich bereits mit den europäischen Großmächten darauf geeinigt, dass nur Hinterpommern dem Kurfürsten verbleiben sollte, während Vorpommern, Rügen und Stettin sowie weitere Gebietsteile östlich der Oder dem schwedischen Hoheitsgebiet zugeschlagen wurden. In einer Einigung mit Schweden am 7. Januar 1647 erhielt der Kurfürst als Ausgleich für Vorpommern die Stifte Halberstadt und Minden sowie die Anwartschaft auf das Erzstift Magdeburg zugesprochen.

Dennoch dokumentierte der Westfälische Frieden von 1648, dass der Kurfürst von Brandenburg im Vergleich zu den regierenden Fürsten der europäischen Großmächte ein Herrscher minderen Ranges war, der aus eigener Kraft seine politischen Ziele nicht durchsetzen konnte. Umso mehr wurde dem Kurfürsten vor Augen geführt, dass eine Änderung der Verhältnisse nur mit einem starken eigenen „Stehenden Heer“ im Rücken als Machtfaktor möglich war.

Johann Moritz von Nassau-Siegen wurde 1649 in Kleve Statthalter der westdeutschen Besitzungen des Kurfürsten. Zur Finanzierung des Aufbaus eines stehenden Heeres als Fundament für eine eigenständige Außenpolitik erreichte der Kurfürst nach langen Verhandlungen während der Landtage 1653 die Zusage der Stände, 530.000 Taler Steuern innerhalb der nächsten fünf Jahre aufzubringen. Zu entscheiden hatten nämlich die Stände vor allem über Steuerbewilligungen; die Finanzverwaltung des Landes war lange in ständischer Hand. Vom Landadel mussten 41 % der Steuern, von den Städten 59 % der Summe aufgebracht werden. Im Gegenzug bestätigte der Kurfürst den Ständen Privilegien, die allerdings vor allem zu Lasten der Bauern gingen.

Der Kurfürst im Zweiten Nordischen Krieg (1655–1660)

 

1655 brach der Zweite Nordische Krieg aus. Die Schweden fielen vom schwedischen Livland und Vorpommern aus in Polen ein. Das Herzogtum Preußen geriet dadurch in große Gefahr, so dass Friedrich Wilhelm mit einer Truppenmacht von 18.000 Mann in das Herzogtum zog, in das bereits die Schweden eingedrungen waren. Nachdem der polnische König Johann II. Kasimir bereits Ende September 1655 geflohen war, erfolgte auch die Unterwerfung der Polen durch die neuen Machthaber. Militärisch unterlegen, vermochte Friedrich Wilhelm die beiden Preußen, Königlich Preußen und das Herzogtum Preußen, nicht neutral zu halten, sondern wurde von den Schweden gezwungen, durch den Vertrag von Königsberg vom 16. Januar 1656 ein Lehnsträger des schwedischen Königs für das Herzogtum Preußen und für das Ermland zu werden.

Kurfürst Friedrich Wilhelm um 1650
(Gemälde von Frans Luycx, etwa 1650 bis 1651, gemeinfrei)

Aufgrund der sich verschlechternden Lage der Schweden in Polen benötigte der schwedische König jedoch neue Bündnispartner, so dass er am 23. Juni 1656 den Vertrag von Marienburg mit dem Kurfürsten abschloss. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften vereinigte sich Friedrich Wilhelm daraufhin mit den Schweden und schlug zusammen mit ihnen in der dreitägigen Schlacht bei Warschau vom 28. bis zum 30. Juli 1656 als Kommandeur des brandenburgischen Kontingents eine polnische Armee. Der schwedische König Karl X. Gustav erkannte schließlich, um einen Bruch mit seinem Partner zu vermeiden, mit dem Vertrag von Labiau am 20. November 1656 die Souveränität Friedrich Wilhelms über das Herzogtum Preußen an. Im Vertrag von Wehlau am 19. September 1657 gelang es Friedrich Wilhelm, die Souveränität Preußens durch Polen-Litauen für einen Bündniswechsel zugesichert zu bekommen. Die Bestimmungen des Vertrags von Wehlau konnten im Frieden von Oliva am 3. Mai 1660 bestätigt werden, womit der Kurfürst endgültig Souverän über das Herzogtum Preußen wurde.

 

Äußerer Friede – Konzentration auf das Militär und die Innenpolitik (1660–1672)

 

Der Frieden von Oliva 1660 hatte die Abdankung der gesamten Reiterregimenter zur Folge, bestehen blieben 1663 nur:

„Leibgarde zu Pferde (Kompanie Trabanten)“, 150 Gemeine, in Berlin-Cölln und den kleinen mittelmärkischen Städten;

Leibkompanie des Statthalters“, 130 Gemeine, in Preußen;

„Freikompanie des Landhofmeisters“ (Wallenrodt), 100 Gemeine, in Preußen

„Regiment zu Ross des Statthalters“, 3 Kompanien, 300 Gemeine (ursprünglich aus Dienstpflichtigen errichtet) in Preußen.

Letztere zwei Formationen waren 1663/64 Teil des Hilfskorps gegen die Osmanen, welches der Kurfürst dem Kaiser zur Verfügung stellte, und wurden bei ihrer Rückkehr abgedankt.

 

Hinsichtlich der Infanterie führte der Friedensschluss zur Reduktion der Truppen von 1660 bis 1661, die sich in mehreren Etappen über beide Jahre hinzog, in Preußen sogar bis 1663. Danach bestanden noch folgende Infanterieformationen:

 

In der Mark Brandenburg:

„Leibregiment z.F.“ unter Oberst Gerhard Bernhard v. Pöllnitz, 6 Kompanien einschl. der alten märkischen und preußischen Leibgardekompanie, insgesamt 1.200 Gemeine in Berlin-Cölln;

Garnison Küstrin unter Generalleutnant Graf zu Dohna, 6 Kompanien = 1.000 Gemeine,

Garnison Spandau unter Oberst v. Ribbeck, 2 Kompanien = rd. 250 Gemeine, seit 1667 unter Generalmajor v. Quast, seit 1670 unter Generalmajor v. Pfuel;

Garnison Peitz unter Generalmajor v. Trott, 2 Kompanien = rd. 250 Gemeine, seit 1666 unter Generalmajor v. Götze;

Garnison Frankfurt a. O., 1 Kompanie des Generalmajors v. Götze, rd. 100 Gemeine, seit 1666 unter Oberst v. Plettenberg.

 

Im Herzogtum Pommern:

Garnison Kolberg unter Feldmarschall Frhr. v Sparr, 4 Kompanien = 700 Gemeine, seit 1668 unter Generalmajor v. Schwerin, ein Detachement seit 1668 in Draheim;

„Regiment z.F. des Generalmajors v.d. Goltz“ (seit 1664 Generalleutnant), 4 Kompanien = 900 Gemeine, in den hinterpommerschen Städten.

 

Im Fürstentum Halberstadt:

„Regiment z.F. des Obersten Herzog August v. Holstein-Plön“ (seit 1663 Generalmajor, seit 1664 Generalleutnant), 4 Kompanien = 1.000 Gemeine, im Fürstentum und der Altmark.

 

Im Fürstentum Minden und der Grafschaft Ravensberg:

Garnison Minden unter Generalleutnant v. Kannenberg, 4 Kompanien = 600 Gemeine;

Kompanie des Generalmajors v. Eller, rd. 100 Gemeine auf der Festung Sparenberg.

 

Im Herzogtum Kleve und der Grafschaft Mark:

„Regiment z.F. des Generalmajors Frhrn. v. Spaen“, 7 Kompanien, davon 6 in Kalkar, die Kompanie des Obersten Johann Ernst v. Pöllnitz in Lippstadt.

 

Im Herzogtum Preußen (seit Oktober 1663):

„Preußische Garde“ unter Oberst de la Cave, 2 Kompanien = 400 Gemeine, seit 1669 unter Oberst Levin v. Nolde, wird bald darauf nur noch als „Nolde’sches Regiment“ bezeichnet;

„Leibgarde z.F. des Statthalters Fürst Radzivill“, 200 Gemeine, wird 1670 „Leibgarde z.F. des Statthalters Herzog v. Croy“;

„Regiment z.F. des Obersten v. Schwerin“ (seit 1664 Generalmajor), 4 Kompanien = 700 Gemeine, wird 1668 „Regiment z.F. des Obersten Friedrich Graf zu Dönhoff“;

„Regiment z.F. des Obersten Frhrn. zu Eulenburg“, 4 Kompanien = 700 Gemeine, wird 1667 „Regiment z.F. des Statthalters“ und 1670 „Regiment Kurprinz“;

Garnison Pillau unter Oberst de la Cave (seit 1669 Generalmajor), 3 Kompanien = 450 Gemeine;

Garnison Memel unter Oberst v. Götze, 2 Kompanien = 400 Gemeine , seit 1664 unter Generalmajor v. Görtzke.

 

Die Reduktion nach dem Frieden von Oliva belässt 1661/63 auch bei den Dragonern nur noch folgende Dragonerformationen im brandenburgischen Dienst:

 

Eskadron Dragoner des Generalfeldzeugmeisters Derfflinger, 3 Kompanien, 300 Dragoner, in der Grafschaft Ravensberg;

 

Regiment des Statthalters (Radzivill), 3 Kompanien, 300 Dragoner, in Preußen;

 

Freikompanie des Generalmajors v. Görtzke, 100 Dragoner, in Preußen.

 

1663/64 befinden sich die Derfflinger’schen und Radzivill’schen Dragoner beim brandenburgischen Hilfskorps gegen die Türken. Nach ihrer Rückkehr werden die Derfflinger’schen Dragoner in 2 Kompanien formiert, die Radzivill’schen bis auf 1 Kompanie abgedankt, welche der Oberstleutnant v. Block erhält (100 Mann).

1665/66 entstehen vorübergehend 2 neue Dragonerregimenter („Kanitz“ und „Bomsdorff“), die aber Ende 1666 schon wieder aufgelöst werden. Die Derfflinger Dragoner werden nach Pommern verlegt.

 

Die „Münster’schen Wirren“ 1665 bis 1666 führten zur Aufstellung von 4 neuen Regimentern, nämlich:

 

„Regiment z.F. des Obersten Kaspar v. Syberg“, 8 Kompanien, 1.000 Gemeine, geworben in Kleve und Mark, noch 1666 wieder aufgelöst;

„Regiment z.F. des Obersten Johann v. Fargell“, 8 Kompanien, 1.000 Gemeine, geworben in den süddeutschen Reichsstädten;

„Regiment z.F. des Obersten Johann Schmidt v. Schmiedeseck“, 8 Kompanien, 1.000 Gemeine, gebildet hauptsächlich aus Abgaben der märkischen und pommerschen Garnisonen, noch 1666 wieder aufgelöst (die Kommandierten gingen in ihre Garnisonen zurück, 250 Mann traten zum Holstein’schen Regiment über);

„Regiment z.F. des Obersten Franz Ruell“, 6 Kompanien, 750 Gemeine, neu geworben aber noch 1666 wieder aufgelöst.

 

Das Goltz’sche Regiment wird ebenfalls auf 8 Kompanien, 1.000 Gemeine verstärkt, und das Holstein’sche Regiment – nachdem es 1666 die 250 Mann vom ehem. Schmidt’schen Regiment erhalten hatte – in 8 Kompanien zu je 130 Gemeinen formiert.

 

Die Stadt Magdeburg, durch den Vertrag von Kloster Berge gezwungen, endlich den Huldigungseid auf den Kurfürsten von Brandenburg zu leisten, erhielt als Besatzung das Holstein’sche Regiment. Der Herzog von Holstein-Plön wurde Gouverneur, Oberst Schmidt v. Schmiedeseck Kommandant.

In die nunmehr freien Quartiere im Fürstentum Halberstadt rückte das Fargellsche Regiment ein. Ein Detachement dieses Regiments besetzte 1670 die Bergfestung in der Grafschaft Regenstein. Ebenfalls 1670 erhielt die Schanze Friedrichsburg bei Königsberg eine Kompanie unter Oberst Johann Hille, 160 Gemeine stark, die aus Abgaben der in Preußen stehenden Einheiten mit Ausnahme der Garnisonen errichtet wurde.

 

Innenpolitisch setzte Friedrich Wilhelm umfassende Reformen durch und schuf mit den verbleibenden Truppen die Anfänge eines stehenden Heeres. Die Erhebung der Steuern in allen Provinzen versetzte ihn in die Lage, ein stehendes Heer zu unterhalten, das im Fall eines Krieges auf 20.000 Mann aufgestockt werden konnte. Zunächst galt es aber, die Rechte und Privilegien der Stände in den einzelnen Landschaften mit dem allgemeinen Staatsinteresse in Übereinstimmung zu bringen, damit sich eine einheitliche, geregelte Finanzwirtschaft und ein einheitliches Militärwesen entwickeln konnte. Ohne großen Widerstand fügten sich die Stände der Mark und der benachbarten Länder, Schwierigkeiten dagegen bereiteten die Stände von Kleve und Preußen, die von Selbstständigkeitsbestrebungen durchdrungen waren. Besondere Probleme bereitete Preußen durch den Königsberger Aufstand, wo die strengen Lutheraner sich weigerten, den reformierten Kurfürsten anzuerkennen, und Polen um Hilfe baten. Erst als die Maßlosigkeiten einiger Mitglieder, wie des Königsberger Schöppenmeisters Johannes Roth, die Einheit der ständischen Opposition schwächten, gelang es dem Kurfürsten 1663 in Königsberg, die Stände hinter sich zu bringen.

Nachdem seine erste Frau im Juni 1667 verstorben war, heiratete Friedrich Wilhelm 1668 in zweiter Ehe die verwitwete Herzogin Dorothea von Braunschweig und Lüneburg, geborene Prinzessin von Holstein-Glücksburg, und nun Kurfürstin von Brandenburg.

Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
(Gemälde von Heinrich Schulz, 1841 nach einem Gemälde aus dem 17. Jh., gemeinfrei)

 

Der Große Kurfürst im Holländischen und Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1672–1679)

 

1672 griff der französische König Ludwig XIV. die Niederlande an und löste damit den Holländischen Krieg aus. Am 26. April 1672 schlossen die Niederlande und Brandenburg ein Bündnis. Im Hintergrund hatte Johann Moritz von Nassau-Siegen vorgearbeitet, der zugleich preußischer Gouverneur in Kleve und holländischer General war. Der Kurfürst versprach, die Niederlande – gegen die Zahlung von Subsidien – mit 20.000 Mann zu unterstützen. Gleichzeitig gewann er Kaiser Leopold I. für seine Pläne. Doch Leopold schwankte, zumal der Präsident seines Hofrates ihn auf die französische Seite zu ziehen suchte.

 

Frankreich hatte inzwischen die Provinzen Utrecht, Gelderland und Overijssel besetzt, selbst Amsterdam war bedroht. Währenddessen stand Kurfürst Friedrich Wilhelm einsatzbereit bei Halberstadt und wartete auf die kaiserlichen Truppen, die unter dem Kommando von Raimondo Montecuccoli jedoch mit nur 17.000 Mann und auch nur langsam vorrückten. Trotz dieser geringen Streitkräfte war der Kurfürst überzeugt, die in Westfalen plündernden Franzosen vertreiben zu können. Doch der kaiserliche Feldherr verlangte, das Heer an die Mosel zu führen, um von dort aus den Franzosen den Nachschub abzuschneiden. Der Kurfürst musste nachgeben. Dann verweigerten Kurmainz, Kurtrier und die Kurpfalz aus Furcht vor Frankreich den Durchmarsch. Nur auf weiten Umwegen erreichten die kaiserlichen Truppen den Rhein, wo Montecuccoli den Vormarsch anhielt, aus Sorge, den Streitkräften von Turenne und Conde nicht gewachsen zu sein. Ohne Einsatz wurde das Heer in die Winterquartiere zurückgeführt.

Der Kurfürst fand seine westfälischen Provinzen mittlerweile vom Feind besetzt. Er sah sich von Österreich verlassen, und die Niederlande verweigerten die Subsidien, da sie von den brandenburgischen Truppen keine wirksame Hilfe erfahren hatten. Daraufhin entschloss sich Friedrich Wilhelm notgedrungen zum Separatfrieden von Vossem mit Frankreich. Vertragsgemäß verpflichtete er sich, den Niederlanden nicht weiter beizustehen, er behielt sich aber vor, das Reich zu verteidigen, sollte dieses von Frankreich angegriffen werden. Mit Ausnahme der Festung Wesel und der Befestigungen von Lippstadt und Rees musste Frankreich alle im Herzogtum Kleve, im Fürstentum Minden und in den Grafschaften Mark und Ravensberg besetzten Orte freigeben. Zudem versprach Frankreich Brandenburg 800.000 Livres, die jedoch nie gezahlt wurden.

Kurfürst Friedrich Wilhelm erteilt als Feldherr im Gefecht seinen Generälen Befehle
(Historiengemälde von Wilhelm Camphausen, (1818-1885), die Szene datiert etwa in den 1670er Jahren, gemeinfrei)

Im Sommer 1674 verwüstete Marschall Turenne planmäßig die Kurpfalz und zwang so den Reichstag, Frankreich zum Reichsfeind zu erklären. Am 1. Juli 1674 schloss sich Friedrich Wilhelm, nachdem der Reichskrieg gegen Frankreich erklärt worden war, der erneuten Koalition gegen Frankreich an.

Zusammen mit dem kaiserlichen Feldmarschall Alexander de Bournonville kämpfte er vergeblich 1674/75 gegen Feldmarschall Turenne im Elsass. Allerdings musste er sich, bedingt durch den Einfall der Schweden in die Mark Brandenburg, Ende 1674 aus dem aktiven Krieg gegen Frankreich zurückziehen. In Eilmärschen führte er seine Kavallerie und Dragoner nach Brandenburg zurück, während die Infanterie der Feldregimenter in Fußmärschen nachfolgte.

 

Beim Einfall der Schweden stehen in Brandenburg an Kavallerie nur 2 Kompanien des Regiments „Brockdorff“ (150 Mann), 2 Kompanien des Regiments „Hessen-Homburg“ (116 Mann) sowie 1 Kompanie der Croy’schen Eskadron (unter Oberstleutnant v. Mörner, 109 Mann), sämtlich als Ergänzung für die Regimenter bei der Feldarmee neu errichtet. Außerdem trifft das Franckenberg’sche Regiment aus dem Westen ein.

 

Dem herbeieilenden Kurfürsten stehen 30 Eskadronen (5.000 Reiter) zur Verfügung.

Am 25. Juni 1675 schlägt seine brandenburgische Kavallerie einschließlich der Dragoner und mit Hilfe einer beritten gemachten Artillerieabteilung unter seiner persönlichen Führung in der Reiterschlacht von Fehrbellin die Schweden entscheidend. In der Schlacht fällt u.a. der Oberst Bernd Joachim v. Mörner, sein Regiment erhält der sich besonders auszeichnende Oberstleutnant Joachim Hennigs, ein Bauernsohn aus der Altmark, zum Oberst befördert und 1676 rückwirkend vom Kurfürsten geadelt auf den Namen „Hennigs von Treffenfeld“.

Nach diesem Sieg, im ganzen Reich mit Erstaunen und Bewunderung aufgenommen, wurde Friedrich Wilhelm durch seine Zeitgenossen mit dem Beinamen „der Große Kurfürst“ geehrt.

(Abb. aus „Schlacht bei Fehrbellin, aus: Bilder und Erzählungen aus der deutschen Geschichte. Mit 12 Illustrationen in Farbendruck nach Orig.-Zeichn. von O. Günther,
Reymann, Berlin 1863, gemeinfrei.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Folge des Sieges eroberte Brandenburg bis 1678 ganz Schwedisch-Pommern.

Die Nachricht vom schwedischen Einfall in Preußen erreichte den Kurfürsten im Dezember 1678 während der Belagerung der schwedischen Festung Stettin. Kurfürst Friedrich Wilhelm beschloss nun, durch „einen raschen Ritt“ trotz eisiger Kälte und der normalerweise üblichen Praxis der Wintereinquartierung die Schweden ebenso aus Ostpreußen zu vertreiben, wie er sie vier Jahre früher aus der Mark hinausgedrängt hatte. Mitte Dezember setzte er sich von Berlin aus mit einem 9000 Mann und 30 Geschützen starken Heer in Richtung Preußen in Bewegung. Die im Herzogtum Preußen eingefallenen Schweden vertrieb er, unter persönlicher Führung seiner Brandenburger, im Winter 1678/79 in der berühmten Jagd über das Kurische Haff auf Schlitten bis über die Grenze nach Schwedisch-Livland zurück. Während der Jagd über das Kurische Haff trat Oberst Hennigs von Treffenfeld als Anführer der Vorhut in Preußen hervor. Er eroberte 8 Fahnen und 700 mit Vorräten beladene Wagen und schlug am 30. Januar 1679 bei Splitter nahe Tilsit die schwedische Nachhut. Daraufhin wurde er zum Generalmajor befördert.

Übergang über das Kurische Haff 1679
(Wandbild von Wilhelm Simmler, um 1891 für die Ruhmeshalle Berlin, gemeinfrei)

Am 29. Juni 1679 wurde der Frieden von St.-Germain geschlossen, in dem Friedrich Wilhelm das eroberte Vorpommern bis auf einen kleinen Gebietsstreifen östlich der Oder wieder abtreten musste, da ihn seine Verbündeten, die Niederlande und der kaiserliche Hof, in Stich ließen und er mit Dänemark allein dem übermächtigen Frankreich gegenüberstand. Enttäuscht, insbesondere vom Verhalten Kaiser Leopolds, schloss er sich nun eng an Frankreich an.

Bevor Kurfürst Friedrich Wilhelm am 9. Mai 1688 verstarb, hatte er das „Stehende Heer“ bereits vollständig gebildet. Seine Armee umfasste bei seinem Tod folgende Einheiten:

 

Infanterie (Regimenter zu Fuß und Garnisonen):

 

Leibgarde, 24 Primaplanen, 3.000 Gemeine, 12 Kompanien in Berlin-Cölln, 12 Kompanien (ehem. Schöning’sches Regiment) im Magdeburgischen;

Regiment „Kurfürstin Dorothea“, 8 Primaplanen, 1.200 Gemeine, in Magdeburg;

Regiment „Kurprinz“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in der Altmark und Prignitz, Stab in Rathenow;

Regiment „Markgraf Philipp“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in der Neumark, Stab in Landsberg;

Regiment „Anhalt“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Wesel (einschl. Stab);

Regiment „Derfflinger“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in der Altmark, Stab in Salzwedel;

Regiment „Alt-Holstein“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Rees, Stab in Wesel;

Regiment „Jung-Holstein“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Wesel, Stab in Emmerich;

Regiment „Spaen“, 8 Primaplanen, 1.200 Gemeine, in Wesel, 1 Kompanie in Kleve;

Regiment „Dönhoff“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Preußen;

Regiment „Barfus“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Pommern, Stab in Stargard;

Regiment „Zieten“, 8 Primaplanen, 1.200 Gemeine, in Minden;

Regiment „Kurland“, 8 Primaplanen, 1.000 Gemeine, in Preußen;

Bataillon „Briquemault“, 5 Primaplanen, 750 Gemeine, in Lippstadt, 1 Kompanie auf dem Sparenberg;

Bataillon „Truchsess Graf zu Waldburg“, 3 Primaplanen, 375 Gemeine, in Preußen;

Regiment „Varenne“, 16 Primaplanen, 630 Gemeine, Stab in Soest, die Kompanien (auf französischem Fuß) verteilt im Stift Essen, Werden, Bielefeld und Herford;

Bataillon „Cournuaud“, 4 Primaplanen, 140 Gemeine, in der Stadt Brandenburg;

 

Garnison Kolberg, 4 Primaplanen, 600 Gemeine;

Garnison Küstrin und Driesen, 6 Primaplanen, 900 Gemeine;

Garnison Spandau, 2 Primaplanen, 300 Gemeine;

Garnison Peitz, 2 Primaplanen, 300 Gemeine;

Garnison Oderberg, 1 Primaplana, 150 Gemeine;

Garnison Frankfurt/Oder, 1 Primaplana, 150 Gemeine;

Garnison Magdeburg, 1 Primaplana, 150 Gemeine (Freikompanie Krusemarck);

Garnison Friedrichsburg, 1 Primaplana, 125 Gemeine;

Garnison Pillau, 6 Primaplanen, 750 Gemeine;

Garnison Memel, 2 Primaplanen, 250 Gemeine;

Marine-Bataillon, 3 Primaplanen, 375 Gemeine, Quartiere in Emden und Greetsiel, wenn nicht Dienst bei der Flotte und in den Kolonien.

 

Kavallerie (Regimenter zu Pferd):

 

Trabanten-Garde, 2 Primaplanen, 300 Gemeine; in Berlin, Potsdam und den mittelmärkischen Städten;

„Grands Mousquetaires“, 2 Primaplanen, 130 Gemeine, in Prenzlau und Fürstenwalde;

„Grenadiers“, 1 Primaplana, 30 Gemeine, in Beeskow und Storkow;

„Leibregiment“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine; in der Altmark, Prignitz, Havelland, Ruppin, den Stab in Arendsee;

Regiment „Kurprinz“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine; in der Neumark, Stab in Soldin;

Regiment „Anhalt“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine, in Preußen;

Regiment „Derfflinger“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine, in Pommern

Regiment „Spaen“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine; im Klevischen, Stab teils in Wesel, teils in Soest;

Regiment „Lüttwitz“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine, in Preußen;

Regiment „Briquemault“, 10 Primaplanen, 400 Gemeine, in Minden, Ravensberg, Kleve; Stab in Lippstadt;

Regiment „Prinz Heinrich v. Sachsen“, 6 Primaplanen, 300 Gemeine, in Preußen.

 

Dragoner:

 

„Leibregiment“, 8 Primaplanen, 512 Gemeine, Quartiere in der Uckermark, Teltow, Barnien, Lebus, Zauche, Beeskow, Storkow, den Stab in Freienwalde;

Dragonerregiment „Derfflinger“, 8 Primaplanen, 512 Gemeine, Quartiere in Preußen;

„Perbandt Dragoner“, 2 Primaplanen, 128 Gemeine, Quartiere in Preußen.

 

Artillerie:

 

Nach dem Frieden von St. Germain wurde die Artillerie wieder auf die einzelnen Festungen verteilt und hatte keine taktische Gliederung. Man unterschied nur die

„Artillerie in Chur-Brandenburg“ (Berlin, Spandau, Küstrin, Driesen, Peitz, Landsberg, Oderberg, Löcknitz, Frankfurt, Crossen): 8 Offiziere, 19 Feuerwerker, 2 Petardierer, 14 Korporale, 169 Büchsenmeister;

„Artillerie in Preußen“ (Königsberg, Pillau, Memel): 4 Offiziere, 2 Feuerwerker, 4 Korporale, 60 Büchsenmeister;

„Artillerie in Magdeburg“ (Magdeburg und Regenstein): 3 Offiziere, 4 Feuerwerker, 2 Korporale, 44 Büchsenmeister;

„Artillerie in Kolberg“: 1 Offizier, 3 Feuerwerker, 2 Korporale, 30 Büchsenmeister;

„Artillerie in Minden“ (Minden und Sparenberg): 3 Offiziere, 2 Feuerwerker, 2 Korporale, 39 Büchsenmeister;

„Artillerie im Klevischen“ (Wesel und Lippstadt): 2 Offiziere, 3 Feuerwerker, 2 Korporale, 32 Büchsenmeister.

 

Der Große Kurfürst mit kleinem Generalstab in Zinnfiguren (um 1655)

Dragoner als Meldereiter – Sparr – Adjutant – Kurfürst – Derfflinger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unteroffiziere der Dragoner als Offizierspferdehalter

Figuren der Offizin Schum, früher Offizin Schulz Donner und Offizinen Dr. Droste / Fechtner, Sammlung des Verfassers, Bemalung Michael Behring.

 

Quellen

 

Jany, Curt, „Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914“, Erster Band, 2. Auflage, Osnabrück 1967.

Becker, Paul, (Autor), P. Matthias 1909 (Veröffentlichung), „Die Armee des Großen Kurfürsten“.

Artikel Wikipedia: „Friedrich Wilhelm (Brandenburg)“.

Artikel Wikipedia: „Holländischer Krieg“,              Artikel Wikipedia: „Stand (Gesellschaft)“.

Artikel Wikipedia: „Vertrag von Oliva“,        Artikel Wikipedia: „Adam von Schwarzenberg“.

Artikel Wikipedia: „Vertrag von Vossem“,         Artikel Wikipedia: „Königsberger Aufstand“.

Artikel Wikipedia: „Jagd über das Kurische Haff“, Artikel Wikipedia: „Hennigs v. Treffenfeld“.

Gerriet Stenvers