Archiv der Kategorie: Gerriet Stenvers

Die Sage von Jan und Griet

(nach Karl Cramer, Kölner Dichter)

Diese Sage, welche in mündlicher Überlieferung aus Köln bzw. dem Kölner Umland stammen soll, wurde 1837 von dem Kölner Dichter Karl Cramer (*1807, 1863) als Gedicht in Kölner Mundart verfasst.

Sage und Gedicht handeln von der unglücklichen Liebe des jungen Burschen Jan, der als Bauernknecht um 1610 die hübsche Magd Griet heiraten wollte und von ihr wegen seiner ärmlichen Verhältnisse bei seinem Heiratsantrag abgewiesen wurde. Griet gefiel zwar eigentlich der gutaussehende Mann auch, sie hoffte aber, aufgrund ihres hübschen Aussehens, eine bessere Partie in wirtschaftlicher Hinsicht machen zu können. Jan, von der Ablehnung schwer getroffen, ließ sich von einem Werber für die spanische Armee des Generals Spinola anwerben und zog in den Krieg. Da Jan ein tüchtiger Soldat war und zudem auch noch Glück hatte, konnte er Offizier werden und im Laufe der Zeit während des Dreißigjährigen Krieges bis zum General aufsteigen sowie viele entscheidende Siege erringen. Nach seinem Sieg bei der „Feste Hermanstein“ (Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz), die er belagerte und 1637 von der französischen Besatzung befreite, zog er 1638 hoch zu Ross im Triumphzug durch die Severinstorburg mit seinen Truppen in Köln ein.

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Die Sachsenkriege Karls des Großen

Allgemeines

Die Sachsenkriege Karls des Großen begannen im Sommer des Jahres 772 mit einem Feldzug gegen das Volk der Sachsen („Altsachsen“) und endeten im Jahre 804 mit der Unterwerfung der sächsischen Nordalbingier. Im Ergebnis wurde dann nach mehr als 30-jähriger kriegerischer Auseinandersetzung das Siedlungsgebiet der Sachsen endgültig dem Fränkischen Reich einverleibt.

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Die Schlacht bei Bornhöved 22. Juli 1227

Vorgeschichte

König Waldemar II., der ab 1202 König aller Dänen und Ostseeslawen geworden war, hatte 1214 vom deutschen Kaiser Friedrich II. als Belohnung für seine Unterstützung die Abtretung Nordalbingiens an Dänemark erreichen können, d. h. des gesamten Gebietes nördlich der Elbe. Er hatte darüber hinaus die Ostseeküsten von Holstein und Mecklenburg unter seine Herrschaft gebracht. Den Höhepunkt seiner Macht erreichte Waldemar um das Jahr 1220, als er auch Pommern (1214), Estland (1219) sowie die Insel Ösel (1220) besetzen bzw. erobern konnte und sich sein Einfluss zudem sowohl auf Schweden als auch auf Norwegen erstreckte. Die Schlacht bei Bornhöved 22. Juli 1227 weiterlesen

Prinz Eugen der edle Ritter

Hintergrund der Zinnfigurenserie der Offizin Scholtz (Berliner Zinnfiguren)

 

Die Zinnfigurenserie wurde durch den Text der Ballade „Prinz Eugen, der edle Ritter“, op. 92 von Johann Carl Gottfried Loewe, inspiriert. Danach wird Prinz Eugen bei einem Besuch im Lager seines Dragonerregiments nach der Schlacht von Belgrad (1717) von den Dragonern mit einem Loblied gefeiert. Mit dieser populären Ballade (nach dem Gedicht von Ferdinand Freiligrath) wird der Rückeroberung der Stadt und Festung Belgrad gedacht, Prinz Eugens größtem Sieg über die osmanischen Armeen. Es handelt sich hierbei aber nicht um das berühmte Volkslied, welches die Belagerung und Einnahme der Stadt Belgrad durch Prinz Eugen beschreibt und mit der ersten Strophe wie folgt beginnt:

Prinz Eugen der edle Ritter,
wollt dem Kaiser wied’rum kriegen
Stadt und Festung Belgerad!
Er ließ schlagen eine Brukken,
dass man kunt hinüberrucken
mit der Armee vor die Stadt.

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Kronprinz Friedrich von Preußen und die „Riesengarde“ seines Vaters

In den Jahren von 1718 bis 1729 wurde Kronprinz Friedrich nach Maßgabe seines Vaters, Königs Friedrich Wilhelms des I., vorrangig militärisch erzogen, wobei diese Aufgabe durch zwei hohe Offiziere, nämlich Gouverneur und Oberhofmeister Albrecht Konrad Graf Finck von Finckenstein und Oberst Christoph Wilhelm von Kalkstein wahrgenommen wurde. Deren Aufgabe bestand nach Instruktion des Königs darin, Friedrich zu „einem frommen Christen und tapferen Soldaten“ zu erziehen. Kronprinz Friedrich von Preußen und die „Riesengarde“ seines Vaters weiterlesen

Die “Raubritter”

Der Raubgraf vob Bergedorf Sammlung R. Ehlers Maaßen

Beim Anblick der eindrucksvollen Zinnfigurenserie „Raubritterüberfall“ von Franz Karl Mohr stellt sich dem ambitionierten Sammler auch die Frage nach dem geschichtlichen Hintergrund des sogenannten „Raubrittertums“ seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Hierzu erfährt er, dass der Begriff des „Raubritters“ und demzufolge auch des „Raubrittertums“ nicht aus dem Mittelalter selbst, sondern wesentlich später erst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammt.
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Alchimist Krohnemann in seinem Laboratorium auf der Plassenburg in Kulmbach

Allgemeines

Die Alchemie als Lehre von den Eigenschaften der Stoffe und ihren Reaktionen war schon in der Antike bekannt. Ein Ziel der Alchimisten war häufig die Transmutation von unedlen Metallen zu Gold und Silber. Die Alchemie war aber nur teilweise von der Idee der künstlichen Herstellung von Gold und Silber beherrscht, man suchte seit der Antike sowohl im Abendland als auch im Orient ein Universal-Allheilmittel herzustellen. Die Suche nach einem derartigen Heilmittel galt wie die Suche nach dem „Stein der Weisen“ und dem „Lösungsmittel für alle Stoffe“ als eine Aufgabe der Alchemie.
Seine Experimente nahm der Alchimist in seinem Laboratorium vor. Alchimist Krohnemann in seinem Laboratorium auf der Plassenburg in Kulmbach weiterlesen

Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz besichtigt sein Reiterdenkmal im Gießhaus zu Düsseldorf 1711

Allgemeines

Wer war eigentlich Johann Wilhelm von der Pfalz, der auch volkstümlich „Jan Wellem“ genannt wurde? Am 19. April 1658 in Düsseldorf geboren und am 8. Juni 1716 dort verstorben, entstammte er der jüngeren Neuburger Linie der Wittelsbacher.  Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz besichtigt sein Reiterdenkmal im Gießhaus zu Düsseldorf 1711 weiterlesen

Das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten

Zum Original:

Das Denkmal des Großen Kurfürsten hat eine Höhe von insgesamt 5,60 Metern, wovon 2,90 Meter auf das Reiterstandbild und 2,70 Meter auf das Postament entfallen. Dargestellt ist der auf seinem schreitenden Pferd reitende Große Kurfürst in halb römischer, halb dem Geschmack seiner Zeit entsprechenden Kleidung und mit einer Allongeperücke auf dem Haupt. Seine rechte Hand hält einen Kommandostab, die linke Hand die Zügel. Im Kontrast zur Erhabenheit des Kurfürsten stehen die vier sitzenden Gefangenenfiguren an den Ecken des Sockels. Sie stellen die vom Großen Kurfürsten bekämpften und besiegten Feinde dar. Nach einer anderen Interpretation stehen die Gefangenen für die im Nordischen Krieg 1674 bis 1679 von den Brandenburgern eroberten und von den Schweden im Frieden von St. Germain zum Nachteil Brandenburgs zurück erhaltenen pommerschen Ostseestädte.

Foto: Schloss Charlottenburg 2005
(Wikipedia, Transferred from de.wikipedia, CC BY 2.5)

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Die Garde-Grenadiere von Kurpfalz

Farbtafel

Die Garde-Grenadiere von Kurpfalz im Spanischen Erbfolgekrieg
1700-1713

Historischer Hintergrund

1685 war das Kurfürstentum Pfalz nach Aussterben des evangelischen Hauses Pfalz-Simmern an den katholischen Herzog Philipp Wilhelm aus dem Hause Pfalz-Neuburg gefallen. In dessen kurzer Regierungszeit von 1685 bis 1690 ereignete sich die berüchtigte Invasion der französischen Truppen Ludwigs XIV. und die verheerende Zerstörung der Pfalz 1688/89. So erbte Kurfürst Johann Wilhelm, der „Jan Wellem“ der Düsseldorfer, 1690 ein vom
Krieg „der verbrannten Erde“ schwer verwüstetes Land. Die Garde-Grenadiere von Kurpfalz weiterlesen